Sonntag, 30. September 2012

Schicksalsschläge...

Liebe Freunde, die ihr hier so gerne lest!

Leider müsst ihr nun ein Weilchen warten, bis ich hier wieder meine Ansichten kundtue, denn gar Schreckliches ist mir passiert. Mit einem großen S!

Mein Computer gibt keinen Mucks mehr von sich, ein Hardwarefehler. Und es wird mindestens bis Montag, 01.10.2012, dauern, bis die Rappelkiste wieder läuft.
Wer sich nun wundert, warum ich mich trotzdem im Blog ergehen kann: Ich hab noch ein Netbook, aber irgendwie ist das nicht dasselbe...

Der Gedanke für das Wochenende: Was haben wir eigentlich gemacht, bevor der Computer unsere Freizeit übernahm?
Ich werde den Sonntag meditativ zu dieser Frage gestalten, und wenn der Rechner (der große, mit viel Ui!) wieder läuft, dann versuche ich mich an einer Antwort hier im Blog.

Bis dahin: Schönen Sonntach!

Freitag, 28. September 2012

Ansichten über Kaffee...

Heute ist hochoffiziell der Tag des Kaffees, meine geneigten Leser. Und folglich treibt es mich an die Tastatur, um ein paar Zeilen über dieses koffeinhaltige Heißgetränk zu verlieren.
Honoré de Balzac sagte mal: "Der Kaffee kommt in den Magen, und alles gerät in Bewegung; die Ideen rücken an wie Bataillone der Grand Armeé auf einem Schlachtfeld." Ja, dann  kann man schreiben. Trotzdem habe ich mir, so gerne ich auch Silbendompteur bin, den guten Balzac nicht zum Vorbild genommen. Immerhin hat der Mann täglich runde 50 bis 60 Tassen Kaffee geschlürft, was letztlich auch zu seinem allzu frühen Dahinscheiden beitrug. Vor diesem Hintergrund ist es mir ein Rätsel, warum es in Hamburg eine Café-Kette gibt, die sich mit seinem Namen schmückt. Andererseits... Er war eben ein besonderer Kaffeegenießer.
Aber auch bei mir "Normal-Kaffeekonsumenten" gibt es die eine oder andere Geschichte, die sich um jene heiß dampfende, tief schwarze Flüssigkeit dreht. Um nur mal eine zu erzählen:

Ich kann mich an einen Morgen im tiefsten Bayern, am Starnberger See, erinnern, als sich meine Arbeitskollegen und ich um die morgendliche Kaffeekanne versammelte wie die Jünger um den Altar oder die Motten um das Licht.
Dieser spezielle Kaffee wurde an diesem Morgen von einer Kollegin gebraut, die mit der Bedienung dieser speziellen (Ich mag dieses Wort heute!) Kaffeeapparatur nicht ganz vertraut war. Getreu der Gewohnheit "Ein Löffel Pulver je Tasse" häufte sie runde zwanzig Löffel in den Filter, da die Kanne gut und gerne zwei Liter fasste. Allerdings war das nicht der normale Jacobs-Dröhnung-Filterkaffee, sondern eine Spezialmischung für Kaffeemaschinen, die Mengen im industriellen Ausmaße zu kochen in der Lage sind, und von dem nur höchsten sechs bis sieben Löffelchen genügten, um zwei Liter dieser schwarzen Köstlichkeit herzustellen. 
Der Filter war also bis zum Rand gefüllt mit Kaffeepulver, als er unter die Auslaß-Öffnung der Kaffeemaschine platziert wurde. Das heiße Wasser hatte offensichtlich alle Mühe, sich durch die Menge Pulvers zu schlängeln und am Ende des Filters noch halbwegs flüssig in die Kanne zu tropfen.
Kanne raus aus der Maschine, Tasse drunter, auf den Hebel gedrückt... Aus der Kanne löste sich ein schwerer, kompakter Tropfen Altöl, der mit einem satten "Plop!" in die Tasse fiel. Ein Blick der umstehenden Kaffeejünger genügte, um sich spontan für den guten, alten Tee in der zerdrückten, staubigen Faltschachtel ganz hinten im Schrank zu entscheiden. Einer jedoch war mutig genug, sich der Tasse anzunehmen. Hätten wir ein Hufeisen zur Hand gehabt, hätte dieser Kaffee erstmals den Hufeisentest bestanden. Das Hufeisen wäre nicht abgesoffen... Der erste Schluck dieses Teufelsgebräus resultierte denn auch in einem zarten "Oha!", worauf der Rest der zähflüssigen Masse seinen direkten Weg in die Spüle nahm. Der Rest des Kanneninhaltes folgte auf dem Fuße, denn dieses Zeug hätte tote Elefanten wieder aufgeweckt!
Trotz dieses Erlebnisses habe ich von der morgendlichen Tasse Kaffee nicht abgelassen. Nur bin ich heute auf den in seinen Ausmaßen erheblich kleineren Espresso umgestiegen.
Wer mich kennt, kann mich allenthalben mit meiner kleinen Tasse durch die Räume wandern sehen. Und an der werde ich auch festhalten, trotz oder vielleicht auch gerade wegen der Kommentare, die eine so kleine Tasse immer wieder zu provozieren scheint:

"Na, das Puppenhaus von deiner Tochter ausgeräumt?"
"Boa... Wächst die noch?"
"Ach wie niedlich! Muss die noch Milch oder darf die schon Kaffee?"
"Ich hab's dir gesagt: Nicht mit heißen Wasser spülen! Nu isse eingelaufen..."


Genuß hat nichts mit der Größe zu tun. Außerdem hat so ein Espresso erheblich mehr Bums als ein gewöhnlicher Filterkaffee. Aber da sind die Geschmäcker ja sehr verschieden. Sie trinken  ihren Kaffee mit Milch und Zucker, oder ohne Milch aber mit Zucker, oder ohne Zucker aber mit Milch, entcoffeiniert oder doch, oder sogar mit Salz, aber ohne Milch, oder, oder, oder...
Ich trinke meinen Kaffee am liebsten ganz ohne Verunreinigungen. Und vielleicht gefällt mir deshalb diese nachfolgende Beschreibung der Araber am besten, wenn es um Kaffee geht:
Der Kaffee muss heiß sein wie die Küsse eines Mädchens am ersten Tag, 
süß wie die Nächte in ihren Armen 
und schwarz wie die Flüche der Mutter, wenn sie es erfährt.






Donnerstag, 27. September 2012

Wahre Erkenntnis

Eine der Grundfragen der Philosophie ist die Frage nach dem Ich. "Wer bin ich?" darf man wohl als die Einstiegsfrage nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest verstehen.
Descartes sagte: "Cogito ergo sum." Ich denke, also bin ich. Richtig, aber wer ist denn nun "Ich"? Eine mögliche Antwort finden wir in Kants "Kritik der reinen Vernunft": "Ich, als denkend, bin ein Gegenstand des innern Sinnes und heiße Seele. Dasjenige, was ein Gegenstand äußerer Sinne ist, heißt Körper."
Ich gebe zu, den Satz muss man öfter lesen, um ihn zu verstehen. Und um Kant wenigstens ansatzweise zu verstehen, musste ich mir ordentlich einen hinter die Binde kippen.
Buddhismus, Christenheit und der Islam haben wie alle anderen Religionen ihre eigenen Ideen, wer "Ich" eigentlich ist. Große Denker wie Sigmund Freud oder Heinz Hartmann versuchen sich ebenfalls in der Beantwortung dieser für jeden einzelnen wichtigen Frage.
Selbst die Werbung versucht die Frage nach dem "Ich" immer wieder zu beantworten: "Ich bin Macher!"; "Ich bin Optimist!"; "Ich bin Energiesparer!"; "Ich bin Superman!"

Aber die beste, die nächste, die passendste Antwort hat mir ein Meisterphilosoph gegeben, wie ihn die Welt noch nicht gesehen hat:
"Ich bin ich!" - Mit diesem Satz beantwortete mein Sohn beim heutigen Abendessen meine Frage: "Wer bist du denn?" Der Gegenfrage "Du bist also du?" entgegnete er mit einem inbrünstigen: "Nein! Ich bin ich!" Dem ist wohl nichts hinzuzufügen. Außer vielleicht... 
Nun, mein Sohn ist leider nicht der erste, der die Erkenntnis hatte: "Ich bin ich." 
Um nur ein Beispiel zu nennen, das mir persönlich am besten gefällt, sei hier auf Peter Maffays Werk "Tabaluga und die Reise zur Vernunft" hingewiesen. In diesem Stück sagt die uralte Schildkröte Nessaja:

Ich bin ich, 
und du bist du. 
Das ist alles, was ich weiß.
Aber was kann das schon bedeuten?

Mittwoch, 26. September 2012

Musik ist eine Reflexion der Zeit, in der sie entsteht.

Das sagte mal Diana Ross.
Meine Zeit mit Musik fing 1984 so richtig ernsthaft an. Damals hatte ich eine grandiose Stereoanlage mit Tuner, Verstärker, Kassettendeck (sogar Doppelkassettendeck!) und Plattenspieler.
Damals hing ich jeden Mittwoch Abend vor dem Radio mit einem Finger über der Pausetaste am Kassettendeck, um die neuesten Hits aufnehmen zu können. Das waren Lieder wie "Self Control" von Laura Brannigan oder "The Reflex" von Duran Duran. Dann gab es da ja auch noch "Catch me I'm falling" von Real Life und Wham! "Wake me up before you gogo". Ja ja, das war mal ein richtiger Kracher! Heute schlägt man die Hände über dem Kopf zusammen, wenn man das hört. Und dann erst der Look! Vokuhila, Bonbonfarben, Ballonseide...
Aber schon damals gab es Künstler auf der Sangesbühne, denen wir noch heute begeistert zujubeln, wenn wir sie hören: Herbert Grönemeyer zum Beispiel, oder Mike Oldfield. Selbst Michael Jacksons "Thriller" darf heute noch den einen oder anderen Gehörgang betreten.
Jede Zeit hatte ihre Musik, und einige Musik, die wir hören, erinnert uns in ihrem Klang an diese Zeiten, in denen wir so ziemlich alles durchgemacht hatten, was das Leben so zu bieten hatte. Heiteres und Gescheitertes an der Schule, erste Liebe samt dazugehörigen Kummer, Tanzstunde (ja, hatte ich auch mal...), Führerschein, Ausbildungsbeginn, Klassenfahrt und so weiter und so fort.
Früher waren es oft BAP, Herbert Grönemeyer, Genesis und natürlich Queen mit dem ebenso unvergessenen wie unvergleichlichen Freddie Mercury, die, ohne dass es mir bewusst war, eine Art Soundtrack zu meinem Leben geliefert haben. Und während Phil Collins, Wolfgang Niedecken oder "uns Herbert" früher eher Begleitmusik waren (wie die Tonspur im Film), so ist die Musik heute von Zeit zu Zeit nicht Begleiter sondern Gastgeber. Natürlich, meistens läuft die Musik nebenher, während ich selbst mit weit wichtigeren Dingen beschäftigt bin wie Kochen, Rasenmähen oder Blog schreiben. Aber wenn der Alltag mir die Zeit lässt, und nicht gerade ein ausgesprochen spannendes Buch auf mich wartet, setze ich die Kopfhörer auf und genieße den Crossover von Linkin Park. Living Things und Minutes to Midnight massieren mir am liebsten das Trommelfell.
Auch der Britpop von Coldplay ist immer wieder gern genommen, insbesondere solche Meisterwerke wie Viva la Vida (Prospect's March Edition) oder das gerade aktuelle Mylo Xyloto. Chris Martins Stimme ist einfach der Hammer!
Wenn es etwas ruhiger sein darf, ist Lykke Li gern gehört. Ich hatte das Mädchen mit ihrem Independent-Sound schon auf den Ohren, bevor man hier im Radio jenen unsäglichen "Magician Remix" von "I follow Rivers" rauf und runter spielte. Die Albumversion, wie sie auf "Wounded Rhymes" zu hören ist, bringt ihre Stimme wesentlich besser zur Geltung. Ist nebenbei gesagt auch mein Lieblingsalbum von ihr.
Und dann wäre da noch Katie Melua. Ihr wunderbarer Mix aus Jazz, Blues, Folk und ein  bisschen Pop hat es mir immer wieder angetan. Bei ihrem Album "The House" kann ich meine Seele mindestens ebenso gut baumeln lassen wie beim Global Pop von Schillers Alben. Seine Musik kann Geschichten erzählen, und insbesondere die in den Alben eingestreuten Zitate regen meine Phantasie zum Träumen gerne an.
Aber zwischendurch kehre ich gerne zurück zu den "Alten Meistern". Queens "Greatest Hits I-III", oder Meat Loaf mit "Back out of Hell" oder eben Mike Oldfields "Tubular Bells I-III" sind und bleiben für mich  unerreicht.
Und jetzt, nach all dem Geschreibsel, wird es Zeit, meinen Ohren den Stoff zu geben, nach dem sie so süchtig sind: Musik. Und vielleicht ist es heute mal kein "Großer Alter", und auch kein Star von heute. Vielleicht ist es jemand, den man im Radio eher selten hört. Vielleicht Fritz Katzenberger, Jonathan Fritzen oder Miss Li.

Übrigens: Hier http://www.tape.tv/ höre und sehe ich immer wieder gerne Musik.
Oder hier: http://deluxemusic.tv/

Ihr könnt gerne die Kommentarfunktion nutzen, um Eure Meinung und Eure Lieblingsmusik zu nennen.

Und zum Schluß noch ein Fakt aus der Musik, der sicher nicht jedem bekannt ist:
Bei der Titelmelodie zum "Tatort" spielt Udo Lindenberg das Schlagzeug.

Dienstag, 25. September 2012

Ein Buch ist wie ein Garten, den man in der Tasche trägt.

So sagt es ein arabisches Sprichwort. Und Cicero sagte einst: "Ein Raum ohne Bücher ist wie ein Körper ohne Seele."
Für mich fängt jetzt die schönste Lesezeit an.

Ich liebe diese Zeit am Abend, wenn es draußen dunkel und ungemütlich ist, während ich mit einem guten Whisky in meinem Lesesessel hocke. Der Schein der Leselampe taucht die Seiten meines Buches in sanftes Licht, der goldene Schein der Lampe wandert durch den Raum. Draußen trommelt der Regen mehr oder weniger sanft an die Fenster, dazu pfeift der Sturm durch die Bäume.
Aber ich sitze in der Wärme des Wohnzimmers und genieße die Stille. Dann geht es auf die Reise durch die Literatur. Mit Melville begleite ich Käpt'n Ahab auf der Jagd nach dem Weißen Wal, Jules Verne schickt mich gemeinsam mit Michail Strogoff über den Ural. Hemmingway nimmt mich  mit zum Alten Mann und dem Meer, Terry Pratchett zeigt mir die Schönheiten und Absurditäten der Scheibenwelt.
Die dunkle Jahreszeit ist wie gemacht für meine Leidenschaft zu lesen. Die Bilder, die die Bücher malen, können sich nun ungehindert in meiner Fantasie ausbreiten. Keine Musik, keine Party, kein Fernsehen, kein Rasenmäher lenken mich ab.

Und genau deswegen schalte ich den Rechner jetzt ab und widme mich meinem Buch.
Zu guter letzt noch ein Zitat von Friedrich Nietzsche, dem ich mich vorbehaltlos anschließe:
Ein Buch, das man liebt, darf man nicht leihen, sondern muss es besitzen.



Samstag, 22. September 2012

Lebenswert

Ich habe gerade den Titel eines Filmes entdeckt, den ich spontan zur heutigen Inspiration ernannt habe: "Die Peanuts - Glück ist eine wärmende Decke"

In diesem Sinne gleich mal 10 Dinge, die das Leben heute so lebenswert machen.

  • Das Glück, dieses Leben gesund genießen zu dürfen.
  • Die Zeit, die ich mit meiner Frau und meinen Kindern verbringen kann.  
  • Die Fähigkeit, noch Kind sein zu können. 
  • Ein gutes Buch lesen auf einem gemütlichen Sofa. 
  • Ein guter Whisky zum guten Buch. 
  • Meine Küche! 
  • Das Geschrei der Möwen über der Förde. 
  • Das Farbenspiel am Himmel, wenn die Sonne untergeht. (Sowas gibt es nur hier!)
  • Die tägliche Streichelstunde mit meiner Katze. 
  • Wissen mehren und weitergeben. 

Freitag, 21. September 2012

Unser Wetter heute

Verdensvejr

Nein, es ist jetzt nicht so der Brüller, unser Wetter. Aber was will man machen? Es gibt ja nur das eine...

Bob Marley hat mal gesagt: Some people feel the rain. Others just get wet.

Ich glaube, wenn Bob den Regen hier oben im Norden gespürt hätte, wäre er auch einfach nur nass geworden. Ein Reggae-Regen ist definitiv wärmer als der Kälteschock, der in diesen Tagen hier nervt. Da hilft es auch nichts, sich entsprechend geschützt in die Elemente zu begeben. Die eiskalten Regentropfen finden immer einen Weg auf die Haut, selbst durch Goretext, Teflonjacke oder Ostfriesennerz. Und wenn es nicht die Nässe ist, dann ist es die Kälte, die durch alle Ritzen kriecht und uns herzhaft frösteln lässt.

An solchen Tagen bleibe ich dann doch lieber in der heimeligen Höhle, die wir unser Haus nennen. Da ist es trocken und, nachdem wir dem alten Gemäuer Pullover und Mütze angezogen haben, kuschelig warm.
Da ist es das schönste, wenn man auf seinem gemütlichen Sofa liegt, mit einem guten Buch und einem enorm guten Whisky, und zuhört, wenn der Regen draußen dem Sturm enthusiastisch Beifall klatscht, während dunkle Wolken eilig über den Himmel zu ihrem nächsten Termin hetzen.

Ich würde ja jetzt gern weiterschreiben, aber der Bildschirm ist schwarz geworden, weil meine Katze davor steht.

Ah, jetzt geht es wieder! Aber jetzt habe ich den Faden verloren...

Kommen wir also zum Schluss zum Ende mit einem klein wenig überraschendem Wissen:

Bei jedem Regen entsteht, sehr zur Freude der Kinder, eine Pfütze. Oder eben mehrere. Das Wort Pfütze kommt aus dem Lateinischen. Puteus heißt Grube oder Brunnen. Wir lernen: Das Kind, das in einen Brunnen fällt, liegt vermutlich in einer Pfütze.

Donnerstag, 20. September 2012

Weltkindertag!

Hallo, liebe Gemeinde!
Jeder von uns war es mal, und für jeden von uns ist es mehr oder weniger lange her:
Wir waren alle mal Kinder!

Und weil es so viele Menschen gibt, die das nur allzu oft vergessen, sei hier an einen besonderen Tag
erinnert: Es ist WELTKINDERTAG!
Also los! Geht spielen!

Mittwoch, 19. September 2012

Der Duft der Großen Weiten Welt!

Es soll Menschen geben, die besuchen einen Flughafen, um ein Flugzeug zu besteigen und auf Reisen zu gehen. Und während man selbst das Flugzeug in, sagen wir mal, Berlin, Deutschland, wieder verlässt, fragt sich ein unbedarfter Mensch in Nuevo Berlin, Uruguay, was er mit einem Koffer voller Klamotten anfangen soll, die ihm nicht mal passen. 
Wir machen sowas natürlich nicht. Erstens, weil wir, wenigstens im Moment, nicht nach Berlin wollen, und zweitens, weil wir keinen Koffer haben, den wir nach Nuevo Berlin schicken könnten. 
Wir besuchen den Flughafen, weil wir den Duft der großen, weiten Welt einatmen und wenigstens in Gedanken in fremde Länder aufbrechen wollen. Zu diesem Zweck gibt es auf dem Frankfurter Flughafen eine Besucherterasse, von der aus der geneigte Besucher Flugzeuge aus aller Herren Länder auf dem Flugfeld und auf den Start-  und Landebahnen beobachten kann. Hier steht ein Jumbo aus Thailand, dort eine kleine Maschine aus Italien, da drüben ein Flugzeug aus Qatar. 
Da kann man seine  kleine Reiseseele schon mal fliegen lassen...
Stundenlang könnte ich auch beobachten, was sich zwischen all den Flugzeugen aus Kanada, Saudi Arabien, China oder Luxemburg alles bewegt: Hier ein Tankwagen auf der Suche nach einem durstigen Flugzeug, dort die Gepäckwagen mit dem Koffer nach Nuevo Berlin, Uruguay, da drüben der Catering Service, der mich daran erinnert, dass ich schon eine ganze Weile hier draußen stehe, während es ein paar Schritte weiter im Inneren des riesigen Flughafengebäudes reichlich Frissdichzutode-Stationen gibt, die auch auf meinen Besuch warten. 
Einstweilen ist es aber interessanter, den Flugzeugen zuzusehen, wie sie sich wie Perlen an einer Schnur aufreihen, um eines nach dem anderen die Reise in die Ferne anzutreten. Dann hebt sich der Blick und man sieht, wie am Himmel ebenfalls die Flugzeuge in Reih und Glied kreisend warten, um endlich festen Boden unter den Füßen zu bekommen.Ein Ballett aus Flügeln, Düsen und nervösen Fluggästen...
Aber der Duft der Großen, Weiten Welt, wie riecht der eigentlich? Nun, nach dem Aufenthalt auf der Besucherterasse auf dem Frankfurter Flughafen würde ich sagen: Abgase und verbranntes Gummi...
Nicht sonderlich romantisch, aber wenigstens realistisch.

     
Ein Airbus A380-300 wird zum Start vorbereitet.

Das Axiom des Tages: Im Flugzeug gibt es während starker Turbulenzen keine Atheisten! (Robert Lemke)

Samstag, 8. September 2012

Bleibt alles anders...

... hat Grönemeyer mal gesungen. Und wisst Ihr, was? Er hat recht, der olle Sangesbarde!

In diesen Tagen war ich endlich mal wieder in München, wo ich vor über zehn Jahren mal gewohnt habe. Es hat eine Weile gebraucht, aber dann hab ich viel Bekanntes entdeckt und auch das eine oder andere Neue bestaunt.
Meine alte Münchner Adresse zum Beispiel. Das Haus steht (natürlich) immer noch am selben Fleck. Auch die Läden rundherum gibt es noch immer, sei es der Getränkeladen, bei dem ich seinerzeit hektoliterweise koffeinhaltige Zuckerbrause gekauft habe, oder der Lotto-Laden, bei dem ich sogar ganze zwei Mal einen gigantischen Geldgewinn von zwo fuffzich abholen durfte. Nur die Fassade hat sich geändert. War sie zu meinen Zeiten in einem städtischen Standart-vergiß-mich-ganz-schnell-wieder-Abgas-Grau gehalten, zeigt sie sich heute in einem eleganten, sauberen Hier-sind-Sie-zuhause-Grauton. Im Nachhinein betrachtet unterscheiden sich beide Farbtöne nur im Geruch...

Was sich auch nicht geändert hat, ist das Geräusch der Stadt. Jetzt, wo ich nicht mehr in München wohne, fällt mir diese Geräuschkulisse erst so richtig auf. Das beständige Hupen, die Motoren überall, das Bimmeln der Tram, die Gesprächsfetzen in allen Sprachen dieser Welt, Flugzeuge über der Stadt oder auch das Piepsen und Klacken der Fußgängerampeln... All das kenne ich noch aus den Alten Zeiten, als ich selbst beinahe Tag für Tag durch die Straßen gewandert bin und ein klitzekleiner Teil dieser Stadt war.
Obwohl... ein bisschen was hat sich auch in der Geräuschkulisse geändert. Es ist ein Klang hinzugekommen. Ich habe den Eindruck, als gingen beinahe alle Menschen mit einem Knopf im Ohr oder einem geradzu riesigen Kopfhörer auf dem Kopf durch die Stadt. Überall höre ich immer wieder das "BOMM! Zing!"-Gedudel der MP3-Player, deren Besitzer und Zuhörer mit zuweilen verträumten Blick über den Stacchus oder den Marienplatz gleiten, eingehüllt in das musikalische Inferno ihrer tragbaren Disko.
Ach ja, den Marienplatz gibt es natürlich auch noch. Hier hat sich wirklich nichts geändert. Noch immer ist er "der" Mittelpunkt für alle Touristen dieser Welt. Wer einmal das Klischee des wild fotografierenden Japaners sehen will, ist hier richtig. Wer US-Amerikaner auf der Suche nach der Alten Welt sehen will, ist hier richtig. Und wer Reiseführer, die einen Schirm hochhalten und in mindestens drei Sprachen gleichzeitig dozieren, sehen will, ist hier ebenso richtig. "And to the לינקס können Sie شاهد den マリエン広場  !"
(Wer herausfindet, was ich hier geschrieben habe, bekommt einen persönlichen Gruß von mir!)
Natürlich bekommt der geneigte Tourist hier auch seine kleine Tasse Kaffee (Kännchen gibt's draußen nicht) für popelige 5,50 Euronen...
Gewisse Dinge ändern sich eben nicht.


So war der Trip nach München ein kleines Schwelgen in Erinnerungen. Der Kleinstadt-Pirat in mir weiß nun wieder, wie es sich anfühlt mit der U-Bahn durch den Großstadtdschungel zu kreuzen. Ich habe gesehen, wie wenig sich München an sich verändert hat, wenn es auch hie und da einige Neuigkeiten gab. Die U- und S-Bahnstationen zum Beispiel werden gerade mit großem Aufwand modernisiert, während das Deutsche Museum noch immer so aussieht, wie bei meinem letzten Besuch vor zehn Jahren.
Das Hofbräuhaus ist noch immer voll bis unters Dach mit Touristen aus aller Herren Länder, die glauben, hier spiele sich das "Echte" Bayern ab. Angesichts eines vermutlich italienischen Kellners in Lederhose und kariertem Hemd sowie einer offenkundig japanischen Brezelverkäuferin im Dirndl wird dieses Bild bei einigen Touristen wohl ein wenig gelitten haben, aber ein paar ordentliche Maß Helles werden die Wunden schnell wieder heilen.
Und München ist immer noch das Größte Dorf der Welt. Und wird es wohl auch bleiben.
Bleibt eben alles anders...