Sonntag, 7. Oktober 2012

Oh, die Liebe...

Zu meiner grenzenlosen Überraschung und Freude gibt es tatsächlich ein paar mutige Menschen, die meinem Blog ebenso hingebungsvoll wie aufmerksam folgen.
Eine Freundin, die meinen Blog tatsächlich liest, bat mich nun, doch mal etwas über die Liebe zu schreiben, und sie lieferte auch gleich ein paar Fragen mit: Woran erkennt man, dass es Liebe ist? Woher weiß man, ob es der/die Richtige ist? Woher weiß man, ob es gut geht?
Das sind Fragen, auf die es keine einfachen Antworten gibt. Weit größere Geister als ich haben sich in den vergangenen Jahrhunderten der Literatur daran versucht, die Liebe zu erklären. Namen wie Ovid, Goethe, Thomas Mann, Puschkin und viele, viele weitere Meister des Wortes fallen mir ein.
Weil ich aber diese Freundin mag, wage ich es, mich in die Riege derer einzureihen, die die Liebe zu beschreiben versuchen.
Woran erkennt man denn nun, dass es Liebe ist?
Vielleicht daran, dass man an gar nichts anderes mehr denken kann als den (Wunsch-) Partner. Unser ganzes Denken und Handeln dreht sich nur noch darum, ob es dem Partner recht ist. Gerade am Anfang einer Liebe fühlen wir uns, als hätten wir Watte im Kopf. Rationales Denken ist fast gar nicht mehr möglich, weil wir nur an IHN oder SIE denken. Nach einer Weile wird rationales Denken wieder möglich, weil Alltag und Gewöhnung Einzug halten, aber dann sind wir schon mitten in der Beziehung und wir fragen uns: „Woher weiß man, ob es der/die Richtige ist?“
Ich wusste es nie... Bei all meinen Freundinnen (na ja, so viele waren es nun auch nicht...) hatte ich eigentlich immer das Gefühl, sie könnte die Richtige sein. Aber sicher war ich mir nie. So kam es, wie es kommen musste. Früher oder später bekam ich immer wieder ein Gefühl der Langeweile. Was ich hatte, reichte mir nicht mehr, und ich begann, mich anderweitig umzusehen. Das war dann der Zeitpunkt, an dem ich mir sicher war, dass sie eben doch nicht die Richtige war.
Und dann traf ich, obwohl ich es nicht geplant hatte, nicht mal zu hoffen wagte, auf ein Mädchen, dass meinen Puls heftig beschleunigte. Sie schaffte es, durch ihre bloße Existenz dafür zu sorgen, dass ich nicht mehr klar denken konnte. Ich hatte nicht das Gefühl, sie sei die Richtige. Ich stellte mir nicht die Frage, ob es Liebe ist. Ich wusste aber, dass sie der Teil meiner Selbst ist, der mich vervollständigte. Ich weiß es noch heute.
Die Frage, woran man Liebe erkennt, und ob diese eine die Richtige ist, stellte sich mir also gar nicht, weil ich von Anfang an davon überzeugt war und noch bin.
Wohl aber stellt sich mir die Frage, ob es denn gut geht. Das kann ich nur hoffen und das meine dazu beitragen.
Liebe heißt, sein Leben, sein Fühlen, sein Denken zu teilen. Liebe heißt, seine eigenen Bedürfnisse für den Partner zurückzustellen, nicht sich selbst in den Mittelpunkt zu stellen, sondern seinen Partner. Liebe heißt aber auch, das alles, was man dort von sich selbst gibt, von seinem Partner zurück zu bekommen. Wenn der Partner ebenso selbstverständlich seine Bedürfnisse für dich zurückstellt, wenn der Partner mit dir denkt und handelt, wenn er dich in den Mittelpunkt seines Lebens stellt, dann kann es gut gehen.
Das wichtigste aber: Nimm die Liebe nicht selbstverständlich!
Seit sieben Jahren bin ich mit meiner Frau zusammen, fünf davon sind wir verheiratet. Jeden Tag bin ich dankbar für ihre Liebe, jeden Tag bemühe ich mich, ihr den Himmel auf Erden zu bereiten. Und das schöne und wunderbare dabei ist: Ihr geht es genauso.
Solange das so ist, habe ich keine Zweifel, dass es gut geht. Und dass es so bleibt, dafür machen wir uns jeden Tag bewusst, dass das, was wir haben, nicht selbstverständlich ist.
Wir haben unserer Beziehung mit unseren beiden Kindern eine ganz besondere Bedeutung gegeben. Wir haben damit eine Verantwortung übernommen, die größer ist, als alles, was wir beide bis dahin gekannt haben.
Ob das alles gut geht, wissen wir nicht. Aber jeden Tag tun wir etwas dafür, damit es bis in alle Ewigkeit gut geht.

1 Kommentar:

  1. Danke! Es hat mir sehr weitergeholfen und bestärkt mich nun auch in meinem Entschluss.
    Selbstverständlichkeit...ist das Wort für das "Ende"
    Ich danke dir wirklich. Deinen Blog werde ich natürlich weiter verfolgen.
    Glitzernde Grüße

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