Freitag, 21. Dezember 2012

Welche Welt geht denn da unter?

Heute ist der 21. Dezember 2012. Nach allem, was uns durch die Boulevard-Presse bekannt ist, sollte dieser Tag den Abend nicht mehr erleben. Inzwischen wissen wir aber durch dieselbe Boulevard-Presse, dass das ja alles gar nicht stimmt.
Die Welt geht nicht unter, und trotzdem pilgern einige Unverbesserliche nach Frankreich, in den kleinen Ort Bugarach, weil irgendjemand, von dem sie selbst nicht wissen, wer es war, behauptet hat, dass dort die Außerirdischen landen, um wenigstens ein paar von uns zu retten. Spätestens nach einer Woche würden die Außerirdischen ihre Geretteten wieder zur Erde zurückbringen, davon bin ich überzeugt. 
Was für mich persönlich Anzeichen für einen völlig verdienten Weltuntergang ist, sind zum Beispiel Weltuntergangsüberlebenspakete, die man allen Ernstes erwerben kann. Ich habe auch eine Weltuntergangsversicherung gefunden. Man bekommt eine satte Million Euro, wenn der Weltuntergang eintritt. Was will man dann noch mit der Kohle, wenn man selbst nur noch eine Wolke Moleküle ist? Ich hoffe, das war ein Scherzangebot... 
Mal ehrlich, wenn ich wüsste, dass morgen mein letzter Tag auf Erden ist, würde ich mir allen Luxus, den ich bekommen kann, auf Pump kaufen! Nach mir die Sintflut! 
Und überhaupt: Was für einen Sinn haben denn Weltuntergangsüberlebensstrategien? Solange diese Pläne nicht das Verlassen der Erdumlaufbahn, das Erreichen eines erdähnlichen Planeten und dessen erfolgreiche Besiedlung vorsehen, ist das ohnehin Quatsch. Der Terminus Weltuntergang bedeutet, dass die gesamte Welt untergeht, einschließlich aller Bunker, Überlebenspakete und Berufsoptimisten.

Für die ganzen Propheten der Weltuntergangsfraktion (die Zeugen Jehovas, Nostradamus-Follower und ähnliche) muss das heute ja der reinste Weltuntergang sein. Wie sollen sie ihren Jüngern bloß erklären, dass es nicht geklappt hat? Wieder mal... Ich hätte da einen kleine Tipp: 
Ich glaube, es war Papst Silvester II., der einen Weltuntergang beim Jahreswechsel von 999 zu 1000 (n.Chr.!) vorhersagte, der dann auch nicht eintrat. Seine Begründung: "Natürlich ist die Welt nicht untergegangen! Ich habe ja auch gebetet!" Beweise ihm einer das Gegenteil. 
Aber er ist ja nicht der erste, der den Weltuntergang vorhergesagt hat, und er wird auch nicht der letzte sein. Die Bibel ist ja angeblich voll von Hinweisen auf den Weltuntergang, und man muss sie nur richtig lesen, um das Datum zu finden. Aber selbst die Zeugen Jehovas halten sich inzwischen nach einigen Fehlberechnungen damit zurück, einen genauen Zeitpunkt anzugeben. 
Den hat auch Nostradamus nicht wirklich angegeben, aber er hat uns eine Reihe Hinweise gegeben, die wir natürlich nur richtig deuten müssen. Dann klappt es auch mit dem Weltuntergang. 
Selbst Isaac Newton (Ihr wisst schon, der mit dem Apfel und der Gravitation) hat einen Weltuntergang vorhergesagt, und zwar für das Jahr 2060. Nun, wir werden sehen... 
Es war aber kein geringerer als Vladimir - der Russische Bär - Putin, der den einzig richtigen Zeitpunkt für den Weltuntergang bekannt gegeben hat. In einer monströs langen Pressekonferenz am 20. Dezember verkündete der russische Präsident den Weltuntergang für einen Zeitpunkt in gut 4,5 Milliarden Jahren, wenn die Sonne das Licht ausmacht. Bis dahin tut uns ohnehin kein Zahn mehr weh.

Ich bin überzeugt davon, dass der Maya-Kalender, der die ganze Geschichte ausgelöst hat, nur am 21.12.12 aufhört, weil der Kalenderschreiber einfach keinen Platz mehr auf dem Stein gehabt hat. Und bestimmt findet man in den nächsten Tagen einen weiteren Stein der Maya, auf dem der Kalender vom 22.12.12 bis 21.12.2412 verzeichnet ist, komplett mit allen Geburtstagen künftiger Herrscher, Weihnachten und Oster-Terminen. Wahrscheinlich findet man den Kalender dann in Nordkorea, und vermutlich wird er von Kim Jong-Un gefunden. Immerhin hat der Teufelskerl (bzw. seine von ihm beauftragten und inspirierten Forscher) schon das tausend Jahre alte Einhornnest gefunden. Siehe hier: Einhornnest gefunden! Was ist da schon ein Filofax-Ableger der Maya? 

Wie sagte schon mein Vater:
Und wieder ist ein Tag vollbracht, 
und wieder haben wir nur Mist gemacht. 
Morgen geht's mit gleichem Fleiße
weiter mit derselben Sch...

(Doch, Papa, hast Du gesagt! Der Satz hat sich mir in den zerebralen Frontallappen eingebrannt...) 

Und morgen früh können wir uns dann wieder solche Bilder live anschauen: 


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