Samstag, 18. Januar 2014

Mein Kampf

Na, das ist mal ein Titel. Aber nein, hier geht es nicht um Allmachtsfantasien, Weltherrschaft oder Österreicher. Hier geht es um ein Problem. Und kein kleines! Oder.. irgendwie schon. Dann aber auch wieder nicht, weil... Ach, lest einfach weiter. Dann klärt es sich schon auf. Denke ich...

Wenn einer eine Reise tut, dann hat er was zu erzählen. Was der Mensch dann auch mit Hingabe macht. In früheren Zeiten wurden zu diesem Zweck eine große, weiße Leinwand, ein Diaprojektor, etwas Knabbereien und ein paar Getränke vorbereitet. Heutzutage wirft man den Rechner an oder schiebt die Bilder-CD vom letzten Urlaub in den Player. Immerhin sind die Knabbereien und die Getränke geblieben. Oder wenigstens die Getränke... Ich selbst bin da ja keine Ausnahme. Von meinen Ausflügen und Reisen (wenn es denn welche gibt), von Familienfesten und Feierlichkeiten mache ich immer gerne einige Bilder, damit man sich später noch daran erinnern kann: „Wo war das nochmal?“ „Keine Ahnung! Wann hast du das Bild denn aufgenommen?“ „Och, das weiß ich doch jetzt nicht mehr!“

Bis vor kurzem nutzte ich vor allem und gerne Spiegelreflexkameras, aber manchmal sind die Dinger einfach zu groß und zu schwer. Außerdem sieht es immer ein bisschen merkwürdig aus, wenn man auf einem Spaziergang am Meer plötzlich Stativ, eine Auswahl Objektive, Staubwedel, Blitzlichter und Reflektoren auspackt, um mal eben die Kinder am Strand zu fotografieren. Mithin haben sich auch schon einige Menschen vehement dagegen gewehrt, sich von mir in der Fußgängerzone in Pose setzen oder stellen zu lassen. Daher blieb immer öfter die große Kamera zuhause liegen.

Praktischerweise hat die Telekommunikationsindustrie in den zurückliegenden Jahren einige erstaunliche Fortschritte gemacht. Mit meinem ersten Telefon konnte ich noch gemütlich im Flur stehen oder gar sitzen und mit wem auch immer in dieser Welt sprechen. Dann kamen diese praktischen tragbaren Geräte, mit denen ich auch vor der Tür, beim Einkaufen oder im Kino ein Gespräch führen konnte. Mein erstes Handy hatte ganze drei Klingeltöne zur Auswahl! 
Was hat das jetzt mit dem obigen Titel zu tun? Da komme ich jetzt drauf. Mit den heutigen Handys (oder eben Smartphones, obwohl ich nicht weiß, ob die wirklich so klug sind) kann man unter anderem telefonieren. Unter anderem! Wir können nämlich inzwischen auch Nachrichten schreiben, lesen, Email-Konferenzen führen, uns der Videofonie widmen, Bilder hin und her schicken und (Trommelwirbel bitte!) fotografieren. Ich hab das mal ausprobiert. Und im Grunde ist dagegen auch nichts zu sagen. Für einen Schnappschuss ist so ein Monstermultifunktionsgerät durchaus geeignet. Erst recht, wenn man ein Jünger sozialer Netzwerke ist und seine Bilder unmittelbar nach Klick bei Facebook, Twitter und wie sie alle heißen verbreitet. Aber für Bilder zwecks späterer Erinnerung sind die Dinger nicht geeignet. Dafür braucht es dann eben doch ein vernünftiges Gerät mit ein paar Einstellungsmöglichkeiten, einem ordentlichen Zoom, einer besseren Auflösung und so weiter. Weil ich in der nächsten Zeit wohl des öfteren Gelegenheit haben werde, Erinnerungsfotos zu machen, die auch in, sagen wir mal, zwanzig Jahren noch ansehnlich sein sollen, mir aber die für diesen Zweck ansonsten hochgradig geeignete Spiegelreflexkamera aus verschiedenen Gründen ein bisschen zu umfangreich ist, habe ich mich zum Erwerb einer kleinen, aber feinen Digitalkamera entschlossen. Heutige Digitalkameras haben Bildstabilisatoren, einige Filterfunktionen, eine Reihe von Voreinstellung für mehr oder weniger garantiert gute Ergebnisse und die Möglichkeit, per USB-Anschluss am Computer geladen zu werden. Eines haben sie aber nicht: Eine Speicherkarte!
Für mich ist so eine Gelegenheit ja immer ein wenig wie Geburtstag, Ostern und Weihnachten auf einen Tag. Ein neues technisches Spielzeug, das ich mir selbst im Fachgeschäft aussuche und natürlich umgehend ausprobieren muss! Das Gefühl, das mich dabei beschleicht, lässt sich vielleicht mit dem vergleichen, was eine Frau fühlt, wenn sie Schuhe kauft. Und damit fing mein Dilemma an. Natürlich kaufte ich für mein neues Spielzeug auch gleich eine Speicherkarte, denn sonst ist das Ding ja beinahe nutzlos. Und ebenso natürlich musste ich mein neues Spielzeug auch gleich ausprobieren, und ich wartete damit nicht, bis ich endlich zuhause war. Ich setzte mich in ein kleines Café, packte meine Kamera aus, bewunderte ihr Design, blätterte in der Gebrauchsanweisung und dankte dem umsichtigen Menschen, der schon einige Watt Strom auf dem Akku eingelagert hatte. Dann wollte ich die Speicherkarte einlegen, um den Gebrauch meiner kleinen Kamera zu testen. Unseligerweise befand sich diese Speicherkarte in einer sogenannten Blisterverpackung, eine Geisel der Konsumgesellschaft! Wie der Leser weiß, sind Blister durchsichtige, hermetisch verschlossene, versiegelte und verrammelte Tresore aus Plastik. Der Konsument sieht deutlich seine Beute, kommt aber ohne Mordwerkzeuge einfach nicht dran! Wäre mal eine Idee für diverse Diätpläne... Nun saß ich da, eine Tasse koffeinhaltigen Heißgetränkes vor mir, starrte den Blister an und fragte mich, wie ich an meine Beute kommen sollte. Ich schaute mich auf meinem kleinen Tisch um, fand eine gefüllte Tasse, eine Untertasse, einen Keks und einige Dutzend Krümel in verschiedenen Größen. Nichts davon erschien mir geeignet, den Tresor zu öffnen. Als Kind habe ich öfter mal versucht, die Gummibärchen-Tüten mit den Zähnen zu öffnen. Einen Versuch war es wert. Also nahm ich den Blister, suchte mir eine Ecke aus, die danach aussah, als würde sie sich am wenigsten wehren, und biss herzhaft hinein. Ich nagte, rupfte und knabberte mit Inbrunst aber ohne auch nur den geringsten Erfolg. Als mich schon einige Gäste irritiert ansahen, gab ich meine dentalen Öffnungsversuche auf. Was nun? Ich tastete meine umfangreiche Taschensammlung an Jacke und Hose ab und fand eine Packung Taschentücher, ein augenscheinlich mumifiziertes Bonbon, etwa dreißig Cent Münzgeld, eine Sammlung Parkscheine, zwei gebrauchte Taschentücher, einen Kugelschreiber ohne Mine, Sand, einen Stein und meinen Autoschlüssel. Früher war so ein Autoschlüssel mal ein richtig praktischer Gegenstand. Mit dem Bart der Autoschlüssel früherer Tage konnte man nämlich zur Not auch mal schneiden. Oder zumindest etwas ähnliches wie schneiden. Heutzutage bekommt man mit dem Erwerb eines fahrbaren Untersatzes einen Designerklotz aus Plastik mit ein paar Druckknöpfen und einem mächtigen Logo des Herstellers. Der gute alte Schlüssel mit Bart hat schon lange ausgedient, jedenfalls in der Automobilindustrie. Mit anderen Worten: Das Ding war mir auch keine Hilfe mehr. Daraufhin versuchte ich es mit Beschwörungsformeln, gutem Zureden, heftigem Reißen an allen Ecken und Kanten sowie einem wohldosierten Wutausbruch. Auf die Idee hätte ich früher kommen sollen! Der Wutausbruch öffnete den Blister, jedenfalls mittelbar. Wie ich nämlich da saß, den Blister über mein Haupt erhoben, während ich ihn, seinesgleichen und seine Nachkommenschaft mit fester Stimme bis in alle Ewigkeit verfluchte, näherte sich mir ein blonder Engel. Jene ansehnliche junge Dame, die mir vor einer kleinen Ewigkeit schon jenes koffeinhaltige Heißgetränk serviert hatte, das nun bedenklich in der Untertasse schwappte, trat an mich heran und überreichte mir, wortlos und mit einem freundlichen Lächeln, eine Schere. Ein schneller Schnitt, ein wenig bohren hier und da, und schon war die Speicherkarte aus ihrem, ach so einbruchsicheren, Tresor befreit. Ein Freudenschrei löste sich von meinen Lippen, stolz präsentierte ich meine Beute, und das ganze Café atmete hörbar auf! Karte einlegen, Knipse starten, den helfenden Engel anvisieren, „NEIN!“ Nun ja, ich hätte meiner Leserschaft gerne ein Bild von einem echten Engel gezeigt, aber sie wollte lieber inkognito bleiben. Das muss ich einfach respektieren. Ich sammelte also meine Habseligkeiten ein, den umfangreichen Müll, der mit dem Kauf technischer Geräte unweigerlich einhergeht, nahm ich natürlich auch mit, verneigte mich vor meinem Publikum und verließ das Schlachtfeld. Endlich konnte ich mein neues Spielzeug mal so richtig ausprobieren! Welche Freude!Knipsend und staunend schlurfte ich durch das Einkaufszentrum grob in Richtung Parkplatz, verstellte hier, knipste dort, las zwischendurch noch einmal in der Bedienungsanleitung und hatte einen Riesenspaß! Bis ich am Auto angekommen war, befanden sich schon einige Dutzend mehr oder weniger ansehnliche Bilder auf der so hart erkämpften Speicherkarte. Leider musste ich nun mit dem Spiel aufhören, denn die Ordnungsmacht in diesen Landen hat was dagegen, wenn man fotografierend am öffentlichen Straßenverkehr teilnimmt. 


Ich habe eine kleine Lehre aus diesem Kampf gezogen: Fürderhin werde ich den Kauf eines beliebigen Gegenstandes auch danach bewerten, wie ich an meine Beute herankomme. Blisterverpackungen jedenfalls sollen bei mir keine Chance mehr bekommen. Und außerdem befindet sich ab sofort immer ein kleines Klappmesser in Reichweite. Ich will ja nicht bewaffnet erscheinen, ich will nur die Verpackung öffnen können. Und einen kleinen Kaffee dabei trinken...




Samstag, 11. Januar 2014

Kaffee-troschka


Kennen Sie diese kleinen, russischen Püppchen, in denen man, wenn man sie aufmacht, noch ein Püppchen findet, und dann noch eines, und noch eines, und noch eines...? Kennen Sie die? 
Mein lieb Frauchen und ich haben vor einigen Tagen die konsumtechnische Variante dieser Matrjoschkas kennengelernt. 











Wie der geneigte Leser ja längst weiß, gehört zu den Annehmlichkeiten, die sich der Autor dieser Zeilen zuweilen gönnt, auch eine gute Tasse Kaffee - schwarz, breit, stark. Zu meinen Favoriten der Erzeugnisse aus jener Kulturpflanze aus dem alten Kaffa gehört der Espresso - schwarz, breit, stark, klein und gemein. 
Na ja, letzteres vielleicht nicht...
Jedenfalls gab es, solange ich denken kann, immer irgendeine Kaffeemaschine in meinem Dunstkreis. Mein Lieb Frauchen und ich haben nun auch schon die eine oder andere Zubereitungsweise mittels verschiedenster Kaffeemaschinen kennengelernt und den entsprechend manufakturierten Kaffee genossen.
Die bisher letzte einer ganzen Reihe Kaffeezubereitungsgerätschaften war eine Kapselmaschine. Sie stellt jeweils eine Tasse verschiedenster Kaffeevarianten her, indem sie heißes Wasser durch vorbereitete Kapseln voller Kaffeepulver drückt. Das geht schnell, reicht für unseren Haushalt und schmeckt auch gar nicht mal so übel. Nachteil an der ganzen Geschichte ist eben nur diese unglaubliche Menge anfallenden Mülls, der wir uns regelmäßig nach Benutzung der Maschine gegenüber sahen. Man liest ja immer wieder davon, aber wenn man das erstmal mit eigenen Augen wahrgenommen hat, denkt man langsam um...
Unser Umdenkungsprozess kam zu Abschluss, als es aus uns völlig unbekannten Gründen keine Kaffeekapseln in der von uns bevorzugten Geschmacksrichtung gab. In der ganzen Stadt waren von jetzt auf gleich keine Kapseln mehr zu finden! Nun hätten wir ja auch im Internet bestellen können. Aber sowohl meine geliebte Gattin wie auch ich sind ausgesprochene Fans des unmittelbaren Kaufrausches im Konsumtempel unserer Wahl. Noch dazu wären die Kosten angesichts der notwendigen Aufwendungen für den Versand in astronomische Höhen gestiegen, weshalb wir uns kurzerhand entschieden, eine neue Kaffeemaschine zu erwerben. Und dieses Mal würden wir unseren eigenen, kleinen Beitrag zur Weltverbesserung leisten und eben keine Kapseln mehr benutzen. Folglich schauten wir uns im Internet nach einem Kaffeevollautomaten um, der uns nebenbei auch  noch die Filtertüten sparen würde, mit Mahlwerk, hochwertiger Brüheinheit und mächtig viel Lämpchen. Und obwohl wir das direkte Kauferlebnis bevorzugen, bestellten wir uns unseren künftigen Automatik-Barista bei einem namhaften Internetshop. Ich habe ja auch nie behauptet, wir wären immer konsequent...
Angesichts unseres inzwischen sehr ausgeprägten Koffeinmangels versetzte uns die simple Nachricht, dass unsere Bestellung soeben versendet worden sei, in einen wahren Freudentaumel! Kaum hatten wir zwei Tage ungeduldig gewartet, klingelte es auch schon an der Haustür. Ein riesenhafter Karton schwankte sanft im grauen Nachmittagslicht vor der Tür. Das beruhigende Schwanken hatte seine Ursache in einem rotgesichtigen Schwerlast-Boten, der etwas von "Paket für sie..." stöhnte. Meine Frau betrachtete den Pappeberg und fragte mich, ob wir denn eine Kaffeeplantage bestellt hätten, komplett mit Bäumen, Bohnen und Onkel Toms Hütte. Ich verneinte guten Gewissens, allerdings beschlich mich die Befürchtung, dass man uns einen Kaffeeheimrösterei-Bausatz geliefert haben könnte. Wie dem auch sei... Der freundliche Heavy-Duty-Postbüttel wurde nach Ableistung einer Unterschrift freundlich vom Hofe gejagt  und das trojanische Pferd in die Küche bugsiert.
Inzwischen wohnten uns auch Prinz Wasistdas und Prinzessin Istdasfürmich bei und betrachteten mit uns das Wunderwerk der Falt- und Packkunst in der Küche. Mir stieg bereits der Duft einer frisch gebrühten Tasse Espresso in die Nase, was mich dazu veranlasste, mit der Enthüllung unseres Neuerwerbs zu beginnen. 
Ein scharfes Messer sorgte zunächst für eine klare Kante, dann für eine kleine Überraschung. 
In dem riesigen Karton fanden wir einen weiteren Karton, sowie reichlich Luft und genug Papier, um die Wochenendausgabe der "Zeit" zu drucken. Unsere Kinder waren begeistert, schnappten sich das Papier und spielten "Lawine"! Meine dekoffeinierte Gattin wunderte sich, hob den zweiten Karton aus seiner Gruft und empfahl mir die Öffnung desselben. Und man wird kaum erraten, was wir fanden! Richtig, noch einen Karton. Immerhin trug dieser letzte Karton nicht die bisher üblichen Hinweise auf den Versender, die maximale Höhe zum Stapeln oder "Hier oben"-Aufkleber, sondern endlich deutliche Hinweise auf das Meisterwerk norditalienischer Ingenieurskunst. Und richtig, hinter einer dicken Styroporwand, eingepackt in mehrere Meter durchsichtiger Plastikfolie und in eine Anzahl kleinerer Teile zerlegt, fanden wir endlich unseren Kaffeevollautomaten. Auspacken, die verschiedenen Teile zusammenfügen, sich über zwei bis vier übrig gebliebene Bauteile wundern, Gerät aufstellen, Betriebsanleitung lesen. Nur eine knappe Stunde später genossen mein angetrautes Eheweib und ich eine ordentliche, heiße und sehr wohl schmeckende Tasse Kaffee.
Den bis hierhin entstandenen Müllberg werden wir durch ein Spezialunternehmen abfahren lassen müssen, aber das war uns unser ökologisches Gewissen wert. Immerhin haben wir nun keinen Anteil mehr an den jährlich anfallenden runden 4000 Tonnen Kaffeekapseln im Müllberg der Nation. 

Der nächste Morgen begann früh für mich, gehöre ich doch dem arbeitenden Teil der Bevölkerung an. Aber an diesem unglaublich frühen Morgen machte mir das Aufstehen gar nichts aus, es machte mir sogar richtig Spaß! Denn heute würde mir eine frisch gebrühte Tasse Kaffee den Start in den Tag erleichtern. Ein Arbeitstag ohne Kaffee ist zwar möglich, aber beschwerlich.
Nach der erforderlichen Reinigung einiger sichtbarer Körperteile, dem Ankleiden und einem ersten neugierigen Blick in die Tagespresse war es endlich soweit. Der Rest der Familie schlief noch selig in den Betten, als ich den neuen Kaffeevollautomaten ganz für mich allein hatte. Ein wahrhaft feierlicher Augenblick!
Kaffeepulver, Kaffeetasse, Bedienungsanleitung, Brille - Mise en Place! Stille im Haus, mein Kaffee kurz vor der Vollendung, ein Genuss in greifbarer Nähe... Das Gerät einschalten. 
Mit unvorstellbarem Röhren brüllte das Gerät auf, zischte und brummte lautstark seine Betriebsbereitschaft hinaus in die weite Welt und spuckte enthusiastisch einige Milliliter heißes Wasser in die Auffangschale. Ich sprang hektisch durch die Küche und verschloss sämtliche Türen, selbst die der Schränke, damit wenigstens ein Teil der übermotivierten Schallwellen im Raum bliebe!
Glücklicherweise beruhigte sich die Maschine nur weniger Minuten später und kehrte zurück in einen Zustand apathischer Stille, während ich heftig atmend den Geräuschen des Hauses lauschte. Offenbar hatte der infernalische Lärm niemanden geweckt. Was für ein Glück!
Kaffee einfüllen, Wasserstand prüfen, Tasse in den Ausgabeschacht. Knöpfchen drücken.
Wer hätte gedacht, dass ein kleiner Druck auf einen kleinen Knopf die Reiter der Apokalypse losjagt? Schnaufend und ratternd brüllte die Maschine das Wasser durch das Pulver, spuckte lautstark den Kaffee in die Tasse und spülte gluckernd und glucksend die Rohre durch! Ich schimpfte mit der Maschine: "Die Kinder schlafen! Meine Frau auch! Sei doch mal leise!" Und erstaunlicherweise tat die Maschine das! Sie gluckste noch einmal kurz, dann wurde sie still, als sei nie etwas gewesen. Im Ausgabeschacht dampfte meine Tasse leise vor sich hin, der Geruch frisch gebrühten Kaffees zog anmutig durch die Küche. Mein Kaffee war fertig, ich auch... Wieder lauschte ich gespannt, ob jemand im Hause (außer mir und einer völlig konsternierten Katze) wach geworden sei. Noch immer herrschte Stille im Haus. Ich atmete auf. Ich konnte meinen Kaffee genießen. Es sind diese Augenblicke, da ich froh um den gesunden Schlaf meiner kleinen Familie bin. Und ich selbst werde mich an all das Schnaufen und Schnorcheln, an das Blubbern, Rattern und Röcheln der Maschine schon noch gewöhnen. Obwohl es sich manchmal wirklich so anhört, als sterbe sie einen Heldentod in vier Akten. Mindestens... 

Freitag, 10. Januar 2014

Nun habt ihr schon so lange nichts mehr von mir gelesen...

Nun ja, in der letzten, doch sehr langen Zeit bin ich beruflich aber auch familiär ein bisschen mehr eingespannt gewesen, als sonst üblich. Da blieb für diesen Blog kaum Zeit...
Es ist eben nicht damit getan, sich an die Tastatur zu setzen und Buchstaben auf den Bildschirm zu klappern. Ich jedenfalls brauche für meine kleinen Geschichten Zeit, Ruhe und die richtige Laune, in der mich meine Muse wild und hemmungslos knutschen kann. Und daran hat es in den letzten Monaten leider ein wenig gefehlt.
An Themen für neue Geschichten hat es aber glücklicherweise ganz und gar nicht gefehlt. Da war zum Beispiel die Geschichte vom Möbelbau, als wir zu dritt zwischen einem Haufen Holz, Schrauben und merkwürdig geformten Metallteilen saßen und... Aber davon will ich später berichten.
Dann gab es da noch die Diskussion über Farben, die ich mit meiner geliebten Frau führen musste, weil sie behauptet, dass Blau... Aber auch diese Geschichte soll ein anderes Mal erzählt werden.
Oder die Geschichte vom Erwachen unseres ökologischen Gewissens. Alles hatte damit angefangen, dass ich meinen geliebten Espresso trinken wollte, aber das Kaffeepulver, das ich zur Zubereitung desselben immer genommen hatte, war plötzlich... Aber davon will ich jetzt gar nichts erzählen. Das kommt später.
So gab es eine ganze Reihe Erlebnisse von Apfelernten, Wetterkapriolen, Familienfesten und Sägeblättern, die allesamt genug Stoff für einige vergnügliche Geschichten lieferten.
Und jetzt, da am Horizont Zeit, Gelegenheit und eine ausgesprochen freudige Muse auftauchen, wollen diese Geschichten alle geschrieben und natürlich auch gelesen werden.
Es geht also weiter. Bald...