Samstag, 30. April 2016

Kurz im Bild - Minkie


Langsam wurde sie dann doch ein wenig ungeduldig!
Die Sonne war schon lange aufgegangen, und Hauskatze Minkie hatte noch immer nichts Essbares in dieser vermaledeiten Küche gefunden! Sämtliche Schränke und Schubladen hatte sie durchwühlt und fand nur solche widerlichen Gaumenbeleidigungen wie Pizza, Bananen, Tomaten und jede Menge Fisch. Nur das dringend benötigte Huhn mit Feldmausgeschmack war einfach nicht zu finden.
Endlich war ihr Dosenöffner aufgetaucht, was normalerweise bedeutete, dass die schreckliche Zeit des Hungers für Minkie vorbei sein sollte. Aber statt ihr sofort zur Hilfe zu eilen, stand der Mensch schreiend und mit großen Augen in der Küche und tat – nichts! Gutes Personal ist sehr schwer zu bekommen. 


Samstag, 23. April 2016

KLANGSALAT - Prince, natürlich.

Das war nix, 2016. Das fangen wir nochmal von vorne an.
In diesem Jahr haben einfach schon viel zu viele dieses Erdenrund verlassen. Lemmy Kilmister (na gut, das war 2015, aber schon fast 2016!), David Bowie, Roger Cicero, Maurice White, Paul Bley… Und jetzt auch noch Prince, O(+>, The Artist Formerly Known As Prince (TAFKAP). So langsam reicht es dann aber auch.

Ich könnte nun einiges erzählen über Mr Prince Rogers Nelson aus Minneapolis, Minnesota. Ich würde dann wahrscheinlich etwas über seinen Werdegang erzählen, über seinen Anspruch als Künstler, über seine unkonventionelle Art, wie er in seiner Musik ganz verschiedene Stile mischte und damit der Musikwelt seinen ganz eigenen Stempel aufdrückte.
Ich könnte auch einige Worte über seinen Umgang mit Plattenfirmen verlieren, wie er zu der ganzen Geschichte mit dem Geistigen Eigentum stand, oder welche Wege er fand, um seine Musik, seine Kunst zu vermarkten. Aber das machen schon andere, die weit mehr Ahnung von dem Geschäft (und von Prince) haben, als ich, der ich die Musik doch einfach nur genießen möchte.

Ich kenne Prince als den Interpreten von Stücken wie 1999, Diamonds an Pearls, Kiss oder (natürlich) Purple Rain. Ich habe vor dem Cassettendeck meiner Stereoanlage gesessen und mit zitternden Fingern über Aufnahme- und Pausetaste gehangen, um I would die 4 U möglichst ohne die Stimme des Radiomoderators aufzunehmen. Oder When Doves cry oder Little Red Corvette.
Die 1980ger Jahre, das war die Zeit, in der man an Prince im Radio einfach nicht vorbei kam. Und deshalb verbinde ich mit Prince auch immer die Zeit und die Gefühlsachterbahn meiner Jugend und Pubertät. Meine Güte, ist das lang her… Sein Auftreten und seine exzentrischer Stil waren weit außerhalb meiner eigenen, kleinen Welt, aber seine Musik spielte mittendrin, neben Michael Jackson, Frankie goes to Hollywood, neben Elton John und Chris deBurgh.
Erst in diesen Tagen, da so viel über Prince geschrieben und gesagt wird, wie schon seit vielen Jahren nicht mehr, habe ich erfahren, dass er all seine Musik nicht nur selbst getextet und komponiert hat, sondern auch sehr viele seiner Stücke allein, Spur für Spur, Instrument für Instrument, im Studio eingespielt hat. Und gesungen, Main vocals wie Back vocals. Eine solche Schaffenskraft haben nicht viele!
Es gäbe eine lange Reihe hervorragender Lieder oder exzellenter, abwechslungsreicher Alben, die ich euch anlässlich seines viel zu frühen und vollkommen unerwarteten Todes hier einspielen könnte, um nur einen kleinen Einblick in das Genie des Mannes aus Minnesota zu geben. Aber seinen größten Erfolg, nicht nur mit dem Lied, sondern auch mit dem Film, hatte er mit Purple Rain. Für mich ist es DAS Lied, was Prince ausmacht, und wann immer ich es höre, dann mit maximaler Lautstärke. Und bitte nicht stören.


Sonntag, 17. April 2016

Kurz im Bild - Eine Kreuzfahrt


Oberfinanzrat Anton Kraxlberger erlaubte sich einen Moment der Entspannung.
Zehn aufreibende Tage lang hatte er hingebungsvoll versucht, dem Kapitän, seiner Besatzung und den werten Passagieren an Bord zu erklären, warum das Kreuzfahrtschiff „MS Sonnenblume“ unweigerlich seinem finanziellen Ruin entgegenfahre, und teils drastische Einsparungsmaßnahmen bei Personalkosten und Landgängen eingefordert. Zum Dank hatte man ihm ein exklusives Ozeanerlebnis an Bord dieses kleinen, aber feinen Ruderbootes organisiert. Das war vor sechs Stunden. Nun hatte er doch ein wenig Hunger. Aber er blieb entspannt. Immerhin hatte er das Rundum-Sorglos-Paket gebucht! 


Samstag, 16. April 2016

Kurz im Bild - Geduldsprobe

Grundschullehrerin Mareike Klötzsche-Guppendorf sah sich in ihrer Geduld herausgefordert. Vor mittlerweile drei Tagen hatte sie der einheimische Landwirt Nursultan mit seinem Eselskarren an dieser gottverlassenen Stelle abgesetzt und ihr glaubhaft versichert, dass dies die einzige Straße in die kasachische Hauptstadt Astana sei. Seither wartete Frau Klötzsche-Guppendorf auf eine passende Mitfahrgelegenheit. Und eine Dusche!
Fern am Horizont erspähte die Rucksacktouristin eine Staubwolke. Das ersehnte Transportmittel? Oder doch nur wieder die Herde Urials, eine seltene Art des Steppenschafes, der gestern ihr schmuckes Samsonite Kosmetikköfferchen zum Opfer gefallen ist? 


Donnerstag, 14. April 2016

KLANGSALAT - Daughter

Daughter -
Elena Tonra, Igor Haefeli und Remi Aquilella
Da denkt man manchmal, man hört was absolut neues, dann ist es das nicht mal.
Nun gut, gemessen an AC/DC oder den Rolling Stones ist das Londoner Trio um Sängerin Elena Tonra, Gitarrist Igor Haefeli und Schlagzeuger Remi Aguilella brandneu, denn Daughter gründete sich gerade mal im Jahre 2010. Ihr erstes, ernstzunehmendes Album If you leave brachte das Trio 2013 heraus, und stellte sich damit in die Fußstapfen anderer Indie-Bands von der Insel wie The XX oder Cocteau Twins.

 
Vom Debütalbum If you leave möchte ich euch heute Smother vorstellen, der Song, durch den ich vor ein paar Tagen erst auf die Band Daughter aufmerksam geworden bin, und der meiner Ansicht nach der Höhepunkt des Albums ist. Das Album ist gar nicht so übel, auch wenn ihm ein bisschen der Tiefgang und die Professionalität fehlen. Aber es hörenswert und macht neugierig auf das derzeit aktuelle Album Not to disappear. Mal sehen, ob ich das demnächst mal hier vorstelle… Ein ganzes Album im Klangsalat, das wäre mal was.
Daughter mach Indie-Rock von der etwas zarteren Sorte, im Grunde ist die Musik genau richtig als Hintergrundkulisse, wenn man mal wieder ein klärendes und langes Gespräch über den Stand der Beziehung mit dem Partner führen muss. Als Begleitmusik für längere Autofahrten kann ich Daughter allerdings auch gerne empfehlen.
Jetzt aber erst mal Smother von Daughter, als Appetithäppchen! 

Mittwoch, 13. April 2016

Kurz im Bild - Amor mit Flöte?

Alleinunterhalter und DJ Johannes „Jim“ Flocke hatte die Nase gestrichen voll!
Seine bisher leider völlig vergeblichen Versuche, seine Flamme Sylvia „Süßi“ Glötzsche auf sich aufmerksam zu machen, kulminierten in diesem Treffen an ihrem erklärten Lieblingsplatz hoch über dem Ostseestrand, wo sie sich endlich unsterblich in den aufstrebenden Star in der hart umkämpften Alleinunterhalter-Branche verlieben sollte. Dafür hatte er keine Kosten und Mühen gescheut und über die Agentur „Love – Let us!“ für einen irrsinnig hohen Preis Amor höchstpersönlich engagiert, um den Pfeil der Liebe direkt in Fräulein Glötzsches Herz zu schießen. Und nun stand ein gewisser Herr Pan mit seiner Flöte hier und gab sich als Vertretung zu erkennen, weil Herr Amor andere, nicht aufschiebbare Termine habe. Sollte er Fräulein Glötzsche nun die Flötentöne beibringen? Jim Flocke fragte sich ernsthaft, warum er denn alles minutiös vorbereitet hatte, wenn man sich nun nicht an die Absprachen hielt!
Seltsamerweise war das einzige, was Fräulein Glötzsche dachte: „Hoffentlich merkt er nicht, dass ich gerade Knoblauch gegessen habe!“ 


Sonntag, 3. April 2016

Kurz im Bild - Bielefeld existiert! Bald!

Schon während des Studiums hatte Sven Gabelbart, Referent für Stadtumbau, Quartierentwicklung und Kleingärten im Bundesinstitut für Bau-, Stadt-, und Raumforschung, von diesem äußerst standhaften Einzelkämpfer gehört. Nun stand er endlich vor ihm! Und ABBA*-Aktivist Sören Hartmut Fastabend war mehr als bereit, dem Referenten Rede und Antwort zu stehen. Sven Gabelbart sah seine Chance gekommen! Mit diesem Projekt würde er unsterblich werden! Bielefeld würde endlich existieren!

ABBA: Aktion Baut Bielefeld Auf


Freitag, 1. April 2016

KLANGSALAT - Ólafur Arnalds


http://iceblah.typepad.com/.a/6a00e5539e87e788340147e282beee970b-pi 


Musik muss nicht immer Text haben, den ich dann auch noch verstehe. Sehr gerne höre ich auch einfach nur Melodien und erzähle mir selbst eine Geschichte dazu, oder schlafe beim Hören einfach ein und träume. Eine solche Musik habe ich mir heute für den Klangsalat ausgesucht.

Island ist ja sehr bekannt für seine Geysire, Vulkane, sein Eis und seine Gletscher. Aber eben auch für Reykjavik, Romane von Arnaldur Indridason, Yrsa Sigurdardottir oder Kristof Magnusson. In der Musik fällt einem wohl als erstes Björk ein, oder Sigurd Rós.
Gerade vor ein paar Tagen habe ich Ólafur Arnalds entdeckt, einen Musiker, der eine ganze Reihe von Instrumenten beherrscht, außerdem ein Komponist und Produzent aus der Nähe von Reykjavik. Er hat mal klassische Musik studiert, das Studium aber letztlich abgebrochen. In seiner Musik spiegeln sich die klassischen Einflüsse wieder, beispielsweise in der Instrumentierung wie auch im Musikstil. Daneben hört man immer mal wieder Anklänge eine Sigurd Rós, wenn auch nicht gar so experimentell. Hinzu kommt eine Portion Elektronik und auch etwas Techno. Eine abwechslungsreiche Mischung, eine in sich geschlossene Musik mit wechselnden Stimmungen, Melodien, die mich den Alltag vergessen lassen und ganz eigene Bilder hervorrufen.
Im Jahre 2007 veröffentlichte Ólafur Arnalds sein erstes Album Eulogy for Evolution, 2009 machte er ein Projekt, das ich leider, leider verpasst habe, weil ich ihn damals noch nicht kannte. Er veröffentlichte sieben Songs in sieben Tagen auf Twitter und Facebook und ließ seine Fans darauf basierende Kunstwerke auf Flickr veröffentlichen. Das ganze nannte er Found Songs. Sein letztes Album kam 2016 mit Trance Frendz, das er zusammen mit dem Hamburger Komponisten Nils Frahm aufgenommen hat.
Ich möchte euch allerdings ein Stück aus seinem 2013 erschienen Album For now I am Winter vorstellen: Only the Winds
 


Wer das Youtube-Video nicht sehen kann, versuche es hier: