Donnerstag, 25. Februar 2016

Kurz im Bild - Rustikal!


Prokurist Jochen Froschtreter fühlte sich ein wenig unbehaglich, wie er so bäuchlings auf der Behandlungsliege lag, um sich das störende Furunkel an seiner Sitzfläche fachgerecht entfernen zu lassen. Die Behandlungsmethoden von Dr. med. (nat. med., biol. hom., rer. medic.) Gernot von Funkenschlag waren zwar gemeinhin als ungewöhnlich bekannt, Herr Froschtreter selbst hätte sie allerdings als eher rustikal bezeichnet.
Leise wimmernd vor Angst bereitete er sich auf den ersten Einschlag vor… Ob er die Brille doch besser vorher hätte abnehmen sollen?


 

Montag, 22. Februar 2016

Kurz im Bild - Auf dem Weg in die Moderne!


Erzulalya Krapowski, Junghexe im dritten Lehrjahr und Absolventin der Bibi-Bloksberg-Akademie für Magie, Thaumatologie und Zauberei, hatte sich entschieden! Schon in wenigen Augenblick würde sie stolze Besitzerin dieses hochmodernen Zweirads, einer Kreidler Flory Klassik, sein. Mit diesem Erwerb würde sie endgültig den Schritt aus der traditionellen Hexerei in die Moderne wagen können, mochte ihre Lehrhexe auch anderer Meinung sein!
Erzulalya war zwar hinsichtlich des offensichtlich fehlenden Vorderrades ein wenig verunsichert, ob das moderne Fahrzeug ihren Ansprüchen auch wirklich genügen würde. Allerdings hatte ihr der freundliche Gebrauchtwagenhändler glaubhaft versichert, dass der Flugzauber ihres alten Hexenmopps Wisch-Flex 1000C TDi vollständig kompatibel mit diesem Zweirad sei, wodurch etwaige vordere Rolleigenschaften der Kreidler ohnehin obsolet sein würden. 
 
 

Donnerstag, 18. Februar 2016

Kurz im Bild - Licht im Dunkel!


Ziegenhirte Giancarlo Luigi Pompoloni war erleichtert! Jahrelang wurde jede nächtliche Fahrt durch die Täler seiner Heimat in den italienischen Alpen zu einem haarsträubenden Abenteuer. Doch damit war jetzt Schluss!
Nach Jahren der Planung und Bastelei, nach unzähligen Rückschlägen und Misserfolgen hatte er nun endlich eine hervorragende Möglichkeit gefunden, den Weg vor seinem italienischen Flitzer auch des Nachts und während der Fahrt zu beleuchten. Gleich morgen würde er im Patentamt von Ponte di Legno vorstellig werden, um die „Lichtwerfer“, wie er seine strahlende Erfindung nannte, patentieren zu lassen. Und danach würde er ein Verfahren entwickeln, dass es ihm ermöglichen würde, andere Verkehrsteilnehmer über einen demnächst bevorstehenden Fahrtrichtungswechsel wirkungsvoll zu informieren.Mit Flaggen vielleicht, oder eine richtungsabhängigen Hupe...


Mittwoch, 17. Februar 2016

Kurz im Bild - Ein ehrenhafter Auftrag


Ritter Helmreich Graf von Schnorzburg zu Gnöttelsbach war enttäuscht. Sein Kontakt hatte ihn hierher vor diese ärmliche Taverne bestellt, weil ihn angeblich ein sehr ehrenhafter Auftrag erwarte. Ritter Helmreich hatte gehofft, nun endlich auf die Suche nach dem Heiligen Gral gehen zu dürfen, statt dessen stand vor ihm Frau Ntschotschi Schmidt, geb. Schwarzfuß, und bat ihn inständig, den Vater ihres kleinen Sohnes Eberhardt Honiahaka Schmidt zu finden. Es handele sich dabei um einen gewissen Johannes Schmidt aus Tauber-Bischofsheim.
Der Heilige Gral musste wohl noch warten. Ritter Helmreich lud Frau Schmidt zu einem Met in die Taverne ein und überlegte sich erste Fragen. 
 
 

Montag, 15. Februar 2016

Hausmanns Abenteuer!

Wer im Schichtdienst tätig ist, kennt das: Man arbeitet zu Zeiten, an denen der Rest der Welt friedlich schläft oder sich seinen vielfältigen Hobbys hingibt, und hat jede Menge Freizeit, wenn der Rest der Welt hart arbeitet. Mir geht es da nicht anders.

Mir hat dieser Lebenswandel nun einen Morgen beschert, an dem ich mal ganz für mich allein war. Die Kinder waren in die Obhut staatlicher Lehr- und Erziehungsanstalten übergeben, meine Frau erforschte auf eigene Faust das Gesundheitssystem in Deutschland, und ich… Nun, ich tat, was ein treusorgender Ehemann und Vater eben tut, wenn er allein zuhause ist. Ich kümmerte mich um den Haushalt. Was en détail bedeutete, dass ich die Küche sauber machen und den Müll raus bringen wollte. Freiwillig! Weiß auch nicht, was ich mir dabei gedacht hatte!
Eigentlich hätte das ganze Vorhaben nur wenig Zeit in Anspruch nehmen sollen, war doch unsere Küche generell schon in einem annehmbaren Zustand, mal abgesehen vielleicht von den Überresten des familiären Frühstücks. Und den vollen Mülleimern. Die Kaffeemaschine hätte auch mal gereinigt werden können. Und die Spülmaschine war voll. Vielleicht auch noch den Backofen schrubben. Und der Kühlschrank? Na, den wollte ich lieber nicht aufmachen!
Es war also gar nicht viel zu tun. Ein wenig Wasser und Spüli, ein feuchter Lappen und ein wenig gute Musik, und schon eine Stunde später war ich so gut wie fertig. Gut, bis auf die Kaffeemaschine. Und die Spülmaschine. Und den Backofen. Und den Kühlschrank. Fegen und Wischen hätte ich wohl auch noch können, aber sonst brauchte ich eigentlich nur noch den Müll, den zu Düngezwecken gesammelten Kaffeesatz und den Biomüll vor die Tür zu bringen. Im Geiste sah ich mich schon vor dem Computer sitzen und begeistert durch die irrsinnigen Weiten des Internets streifen.
Ich schob mir flux die ollen Gartentreter über die Füße und zog behände die Mülltüten aus dem Eimer. Und genau diesen Moment suchte sich die Physik aus, um mich dezent darauf hinzuweisen, dass Plastik nicht unendlich dehnbar ist. Tüte Nummer eins riss und der gesammelte Wertstoff verteilte sich mehr oder weniger gleichmäßig auf den Fliesen der Küche. Ich fluchte hingebungsvoll, sammelte den Müll wieder ein, stopfte ihn in eine neue Tüte und beseitigte die Spuren. Immerhin, der Boden war nun auch gewischt.
Beide Hände voll mit Recycling-Ware, Bio-Wertstoffen und improvisierten Düngemitteln taumelte ich schwer bepackt vor die Haustür in Richtung heimisches Mülltrennungssystem im Car-Port. Eine kleine Winzigkeit hatte ich dabei nicht bedacht:
Da ich ja nun gerne meinem lieb Frauchen eine Freude machen wollte, hatte ich mir nicht nur die Küche vorgenommen, sondern auch sämtliche Fenster geöffnet, auf dass im heimischen Schlosse ein frischer Wind wehe. Das tat er auch, und zwar mit soviel Elan, dass die Haustür gleich mal mit einem satten „WAMM!“ ins Schloss fiel, gerade, als ich vor den Mülleimern stand. Das wäre an sich nur eine kurzzeitige Lärmbelästigung und nicht weiter schlimm gewesen, trotzdem wich mir im Augenblicke des „WAMM!“ sämtliche Farbe aus dem Gesicht. Ich hatte völlig vergessen, meine Haustürschlüssel mitzunehmen!
Da stand ich nun, ratlos und ein bisschen sauer. Die Außentemperatur lag bei winterlichen minus Vielzukalt, der Wind war recht aufdringlich, und ich hatte weder eine Jacke noch vernünftiges Schuhwerk am Leibe. Wider sämtliche Erfahrung versuchte ich, die Haustür zu öffnen. Ja, ich klingelte gar! Die einzige Reaktion war das Maunzen unserer Katze, die auf diese Weise darauf hinwies, dass sie mir gerne die Tür öffnen würde, sie aber im Moment nicht an die Klinke käme und eigentlich auch sowieso keine Lust hätte, weil sie jetzt erst mal essen müsse. Es ist erstaunlich, was eine Katze in ein einziges Maunz legen kann. Jedenfalls blieb mir die Tür verschlossen. Stures Ding!
Ich wanderte um das Haus herum und entdeckte meine Rettung: Wenn ich auf den Balkon klettern könnte, was keine Schwierigkeit darstellen sollte, und dann mit einem Stock durch das gekippte Wohnzimmerfenster die Balkontür entriegeln könnte, wäre ich bald wieder im warmen Heim. Teil eins des Planes war also ein langer Stock. Die Dinger, die einem im Sommer immer zuhauf vor den Füßen herum fallen und ständig im Weg liegen, sind erstaunlicherweise im Winter, wenn man sie braucht, äußerst rare Ware mit Seltenheitswert. Nach einer langen Suche blieb mir doch tatsächlich nichts anderes übrig, als einen ansonsten völlig unschuldig in der Ecke vergessenen Besen seines Stieles zu berauben, nicht ohne ihm zu versprechen, selbigen (nämlich den Stiel) später wieder zurückzubringen.
Mit festem Schuhwerk wäre es mir vermutlich gelungen, den Balkon zu erreichen, ohne fünfmal abzurutschen und mir die Hosen an einer ausgesprochen unangenehmen Stelle aufzureißen. Immerhin stand ich nach einigen recht ereignisreichen Minuten einigermaßen sicher auf dem Balkon.
Auf einem der Balkonstühle schwankend versuchte ich nun, den Besenstiel derart durch das gekippte Fenster zu führen, dass er die Türklinke der Balkontür erreichte. Ein bisschen kam ich mir dabei vor wie ein Mikrochirurg, der versucht, eine endoskopische Untersuchung an einem Csárdás tanzenden Patienten vorzunehmen. Erschwerend kam hinzu, dass die Türklinke der Balkontür nicht etwa einbrecherfreundlich rechteckig war, sondern ein eher rundes Design hatte. Der Kopf des Besenstiels hatte also keine wirkliche Auflagefläche, die es mir leichter gemacht hätte, die Klinke in die richtige Richtung zu drücken. Drinnen saß unsere Katze und maunzte, womit sie darauf hinwies, dass sie mir gerne helfen würde, die Tür zu öffnen, es aber viel interessanter sei, mir bei meinen Bemühungen zuzuschauen. Ich lächelte gequält.
Minutenlang versuchte ich mein Bestes, mit Besenstiel, einer gehörigen Portion Gelenkigkeit und wenig Eleganz, die Tür zum Öffnen zu bewegen. Glücklicherweise ist unser Balkon auf der der Straße abgewandten Seite angebracht. Und alle möglichen Nachbarn und Zeugen befanden sich um diese vormittägliche Uhrzeit an ihren jeweiligen Arbeitsstätten, ohne Blick auf meine ersten, kläglichen Gehversuche im Einbruchsgeschäft. Wenigstens blieb mir auf diese Weise ein peinlicher polizeilicher Eingriff erspart. Ich stocherte mit wachsender Ungeduld mit dem Besenstiel durch das Fenster, dekorierte nebenbei das innen liegende Fensterbrett neu und schrie abwechselnd Tür, Besenstiel, Hauswand und Himmel an, warum das denn, zum Teufel nochmal, nicht funktionieren wollte. Außerdem wurde mir allmählich kalt.
Drinnen saß Katze und wies mit einem Maunzen darauf hin, dass meine Einbruchsversuche zwar recht vergnüglich seien, sie andererseits aber auch lange nicht mehr gegessen hätte. Es wäre damit wohl an der Zeit, mit dem Unsinn aufzuhören und ihr eine ordentliche Mahlzeit zu kredenzen. Ich ignorierte sie.
Plötzlich klickte irgendwas verdächtig, während ich halbseitig an die Außenwand gedrängt stand, ein Arm Halt suchend in den Putz verkrallt, den anderen Arm in einem eher unmöglich erscheinenden Winkel durch den Spalt des Fensters geschoben, mit den Fingerspitzen den Besenstiel balancierend. Sollte das Glück gerade kurz auf mich herab gelächelt haben? Es hatte; und mit einem hingebungsvollen „Sesam, öffne dich!“ und einem letzten, beherzten Stoß gelang es mir, die Türklinke umzulegen und somit den Eingang in unser warmes Reich zu öffnen. Welch ein Glücksgefühl strömte durch meinen Leib!
Mit stolzgeschwellter Brust durchschritt ich die Pforte und wurde drinnen von unserer Katze begrüßt, die mir mit einem Maunz zu verstehen gab, dass es nun wohl auch langsam Zeit wurde, immerhin lungerte ich ja wohl nun schon lange genug nutzlos draußen herum, während sie selbst kläglich verhungerte. Ich fauchte, Katze floh beleidigt. Ha!
Angesichts des gerade erlittenen Martyriums beschloss ich spontan, Kühlschrank, Backofen und ähnliche Kleinigkeiten heute einfach mal zu ignorieren, brühte mir einen doppelten Espresso zur Belohnung und Erwärmung meines Körperinneren und warf mich auf das Sofa, um mich von den körperlichen wie seelischen Anstrengungen der letzten halben Stunde zu erholen. Ich sollte eigentlich noch den Besenstiel wieder an den Besen schrauben. Und diverse Behältnisse sollten auch noch von den Mülleimern geholt werden. Aber das kann Frauchen tun. Sie hat ja heute noch gar nichts geschafft!

Kurz im Bild - Rapunzel

Obergerichtsvollzieher Rijk van den Tulpenbloom war sauer! Ein derartiges Verhalten hatte er in 32 Jahren noch nicht erlebt!
Er war gekommen, um bei der Schuldnerin Chantal "Rapunzel" Schulze-Grabstoecker eine Rechnung von 586,73€ für eine Lieferung "Tiefenaufbau-Shampoo für beanspruchtes Haar" eines örtlichen Drogisten einzutreiben. Die äußeren Umstände, auf die er vor der Wohnung der Schuldnerin traf, ließen ihn unschwer darauf schließen, dass sich Frau Schulze-Grabstoecker nicht kooperativ zeigen würde. Obergerichtsvollzieher van den Tulpenbloom wappnete sich für das Schlimmste...


Sonntag, 14. Februar 2016

Kurz im Bild - Theater?

Wochenlang hatte sich der Kiosk-Besitzer und Lebemann Harald Hörtgens auf seine Theaterrolle als Louis B. Armstrong exzellent vorbereitet. Voller Stolz ist er heute früh in den Bus der Linie 18 eingestiegen, um die Kleinkunstbühne Puschendorf zu erreichen. So langsam beschlichen ihn nun Zweifel. Das Kostüm erschien ihm ein wenig unpassend für einen Sänger, und auch die Bühne erschien ihm seltsam fremd. Sollte er sich etwa in der Buslinie geirrt haben? Und wo war Intendantin Frau Dr. Klaubenbusch?

Kurz im Bild - Überraschung!

Facharzt für Allgemeinmedizin, Dr. med. Meinhard "Milzriss" Meerkötter, war einigermaßen irritiert. Die "gesellschaftlich hochgestellte Persönlichkeit", zu der er wegen akuten nervösen Beschwerden gerufen worden war, entpuppte sich als niemand anders als Helene Lippe-Koschmitz, geb. Rapschewski, seine Schulkameradin aus den längst vergangenen Zeiten am Reinoldus- und Schiller-Gymnasium, zu der er nach dem Abitur im Jahre 1973 und einer äußerst peinlichen Begebenheit im Zusammenhang mit einem Fahrradschloß keinerlei Kontakt mehr pflegte. Sollte er nun den für diesen Zweck eigens einstudierten Hofknicks en avant ausführen oder sie doch eher, eingedenk ihrer lange Jahre zurückliegenden gemeinsamen Zeit, vertraulich umarmen?

Kurz im Bild - Kunstraub

Horst Schlehenkötter, seit beinahe vierzig Jahren Fachkraft für Museumsraumpflege im Haus der Modernen Kunst zu Tutzing, glaubte seinen Augen nicht zu trauen und ließ geschockt den Wischmopp fallen. Direkt vor seinen Augen stahlen die geniale Meisterdiebin Ingeborg Klekkenhusen-Schmidt und ihr fieser Kumpan Jochen "die Ratte" Kropploser den berühmten, einzigartigen und unermesslich wertvollen Kwartezky-Diamanten! Und das nur wenige Tage vor seiner Rente!

Freitag, 12. Februar 2016

KLANGSALAT - Klaus Lage


Heute: Klaus Lage – Mit meinen Augen

Gehen wir mal wieder ein paar Jahre zurück in der Zeit. Genauer gesagt ins Jahr 1983.

Damals war ich gerade so um die 14 Jahre alt und hatte von dem anderen Geschlecht zwar schon mal was gehört, aber noch nicht so wirklich viel zu tun. Aber die Musik war geil! Die Achtziger hielten damals schon einige fantastische Ohrenkracher bereit. Denken wir mal an Stars on 45, Frank Zappa, Spider Murphy Gang, Kim Wilde, Phil Collins… Die Liste ließe sich endlos fortführen.
Einer der deutschen Stars war eben auch Klaus Lage, der 1984 den Superhit raus gelassen hatte: „1000 und eine Nacht“! Die Scheibe wird heute noch auf jeder Party aufgelegt, und jeder singt mit! Ich möchte euch heute allerdings ein anderes Lied in die Ohren legen. 

Die Lieder von Klaus Lage haben eigentlich immer eine besondere Geschichte erzählt, seien es eben „1000 und eine Nacht“ oder „Monopoli“ oder „Faust auf Faust“… So erzählt auch „Mit meinen Augen“ eine Geschichte - über (natürlich) Liebe, Akzeptanz, Sichtweisen und Vorurteile.
Klaus Lage veröffentlichte das Stück 1983 auf seinem Album „Stadtstreicher“. Das Album war zwar nicht das schlechteste, aber der Durchbruch zum hallenfüllenden Sangeskünstler kam eben erst ein Jahr später mit dem Album „Schweißperlen“ und einigen Auskopplungen wie (ganz oben natürlich) „1000 und eine Nacht“, „Monopoli“ oder „Wieder zuhaus“.
Ich mag es einfach, wenn Musik eine Geschichte erzählt, und bei Klaus Lage kommen eben eine markante Stimme und ehrliche, handgemachte Melodien ohne Computer noch dazu.
Was macht Klaus Lage heute? Er hat Hörbücher gesprochen, er hat für die deutsche Version von „Toy Story“ ein Lied gemacht, und Ende 2015 war er noch einmal solo auf Tour.
Ich höre seine alten Stücke von damals immer noch gerne, und viele von ihnen sind auch noch mit schönen Erinnerungen verbunden, so eben auch „Mit meinen Augen“, das ich hörte, als ich durch die Irrungen und Wirrungen der Pubertät ging und erste, scheue Kontakte mit der Damenwelt knüpfte. Meine erste „Liebe“ war ein Mädchen, von dem alle anderen sagten: „Was willst du denn mit der?“ Nun gut, sie war auch nach damaligen Maßstäben keine Schönheit, aber sie hatte mich bemerkt. Und das ist, wenn man vor Hormonen beinahe überläuft, ein Argument, das sich nicht schlagen lässt, und eine Gelegenheit, die ich sofort ergriff. Die paar Wochen, die wir beide gemeinsam verbrachten, waren auf ihre Weise wunderschön, vollkommen verwirrend und letztlich doch nicht von der Sorte Erfolg gekrönt, die ich mir damals gewünscht hätte. Ihren Namen hab ich längst vergessen, das Lied aber nicht. 

Dienstag, 2. Februar 2016

KLANGSALAT - London Grammar


Vor einiger Zeit gab es mal bei Facebook eine Challenge: 7 Tage – 7 Songs
Hier sollte man sieben Tage lang sieben Lieder vorstellen, die man gerne hört.
Ich fand die Idee irgendwie lustig und habe dann auch mal mitgemacht.
Aus dieser kleinen Challenge entstand der Wunsch, auch weiterhin immer mal wieder, in lockerer Folge, euch die Musik vorzustellen, die ich gerne höre. Und das nannte ich dann KLANGSALAT.

Nachdem ich nun schon einige kleine Klangsalate in meinem FB-Account angerichtet habe, mache ich jetzt hier weiter. Was eigentlich gar keine schlechte Idee ist, zumal mir im Moment einfach keine guten Kurzgeschichten mehr gelingen wollen. Na, irgendwann wird auch dieser Knoten wieder platzen. Bis dahin genießt meine Musik in meiner neuen Rubrik!



KLANGSALAT
Heute: London Grammar - Wasting My Young Years

Im letzten Sommer war die kleine Gruppe um Hannah Reid immer mal wieder im Radio zu hören, und dann gab es da natürlich hier im Norden noch das eine oder andere Live-Konzert, das zu einem der Höhepunkte der Saison gehören sollte.
Ich selbst bin vor bummelig zwei Jahren beim Stöbern auf London Grammar aufmerksam geworden, kurz nachdem ihr Debut-Album „If you wait“ veröffentlicht wurde.
Hannah Reid, Dominic ’Dot’ Major und Dan Rothman sind die Sorte Menschen, die man gerne bei sich am Wohnzimmertisch sitzen hat. Wobei es mir lieber wäre, wenn sie dann auch Musik machen würden. Nette Menschen ohne Allüren irgendwelcher Art, denen das, was sie tun, einfach Spaß macht.
London Grammar macht eine weiche, zum Träumen anregende Musik, irgendwo zwischen Indie und Tanzmusik. Das besondere ist zweifelsohne Hannahs Stimme, die in ihrem Ausdruck ein bisschen in den 70gern hängen geblieben ist, ein bisschen sirenenhaft. Odysseus wäre ihr sicher verfallen. Ich, als halbwegs moderner Mensch, höre ihr zumindest gerne zu.
Das Stück, das ich euch heute vorstellen möchte, heißt „Wasting My Young Years“, und ist im Mai 2013 veröffentlicht worden. Es war eines der ersten Stücke, die ich von London Grammar gehört habe, und es hat mich wegen seiner Ruhe, seiner klaren Melodie und auch wegen Hannahs erstaunlicher Stimme fasziniert. Tatsächlich tut es das heute noch.

London Grammar macht die Sorte Musik, zu der man genüsslich abschalten und alle Mühen und Lasten abstreifen kann. Und das wollte ich euch nicht vorenthalten.
Hier also heute London Grammar - Wasting My Young Years: